Zucht

Die Pferde werden uns ganzjährig aufgezogen. Die Fohlen werden auf den Weiden geboren und kommen ohne menschliche Hilfe zur Welt. Die ersten vierzehn Tage ist es ihnen von der Mutter nicht erlaubt, sich von diesen – bis auf ein paar Meter – zu entfernen. Sukzessive beginnen sie, am Spiel Ihrer Altersgenossen teilzuhaben. Es ist interessanter, den spielenden und tollenden Pferden zuzuschauen, als sich einen Naturdokumentarfilm anzusehen. Einige Mütter pflegen „moderne Erziehungsmethoden“ und erlauben es den Fohlen bereits nach 14 Tagen, gemeinsam mit den anderen Fohlen oder eigenständig die Umgebung zu erkunden. Andere wiederum lassen ihre zwei Monate alten Fohlen nicht einen Moment aus den Augen.

Zum ersten Mal in Kontakt mit Menschen kommen die Fohlen erst bei beim Tätowieren im Alter von ca. 6 bis 7 Monaten. Um sie nicht unnötig zu stressen, erhalten sie vorm Tätowieren zur Beruhigung Domosedan. Sie werden so spät wie möglich getrennt und dann die ganze Fohlengruppe auf einmal. Die Stutfohlen kommen in die kleinen Herden zu ihren Pferdetanten und die Hengstfohlen zu den Wallachen. Die Fohlen werden nicht gestriegelt, wir berühren sie nicht und legen ihnen kein Halfter an. Am besten können sie sich nur in der Herde entwickeln und entfalten. Aus diesem Grund sucht man bei uns austretende oder bissige Pferde vergeblich.

Mit dem Training beginnen wir erst im Alter von drei Jahren, wo sie von uns gezähmt werden (es handelt sich tatsächlich um wilde Pferde, an die sie wirklich nicht herankommen), wir gewöhnen sie an das Halfter, an die Zügel, an das Heben der Beine, etc. Erwarten Sie keine brutale Zähmung à la Wildwest-Manier, wo die Pferde scheu gemacht werden. Alles findet in Ruhe statt sowie in angenehmer Atmosphäre. Die ersten miteinander verbrachten Momente werden von uns wirklich genossen. Unser Ziel sind ruhige Pferde und keine gestressten Neurotiker. Komplett belastet werden dürfen die Pferde erst nach dem fünften Lebensjahr, wenn die Entwicklung von allen Teilen des Pferdekörpers abgeschlossen ist.

Die Pferde werden von uns nicht unnötigerweise gestriegelt oder abgeputzt. Im Winter füttern wir qualitatives „Pferde“-Heu, welches von uns zweimal täglich auf den Weiden in ausreichender Menge verteilt wird. Die Futterboxen, bei denen die Pferde den ganzen Tag stehen und sich überfressen, suchen Sie bei uns vergeblich. In der Natur müssen sie für die Nahrung große Entfernungen zurücklegen. Indem wir das Heu auf den Weiden verteilen, zwingen wir sie, dasselbe zu tun. Dies ist sicherlich aufwendiger, als nur einmal aller paar Tage eine Futterbox aufzustellen, aber die Pferde sehen dafür ausgezeichnet aus. Die einzelnen Altersgruppen erhalten dann entsprechend der berechneten Futtermenge noch entsprechende Substanzen.

Nach jedem Weiden im Auslauf beseitigen wir mit Spezialgeräten die Exkremente und Rückstände und pflügen alles mit einer Wiesenschleppe. Die regelmäßige Parasitologieanalyse gehört dabei selbstverständlich dazu. Mit etwas Übertreibung kann man sagen, dass der Tierarzt zu uns nur zu Kaffee und Kuchen kommt.